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Teil 1 Historie
1990 startete an der DTB, Deutschen Terminbörse, heute EUREX, der elektronische Handel. Zusammen mit der ebenfalls hunderprozentig elektronisch ausgerichteten Schweizer Terminbörse SOFFEX, war dies eine für Terminbörsen völlig neue Entwicklung. Anfangs der Neuziger wollten alle anderen Terminbörsen, so auch die damals erfolgsreichste in Europa, die LIFFE, nichts von elektronischem Handel wissen. Im Gegensatz zum Konzept der LIFFE, welches den Handel im Pit favorisierte (open-outcry), wollte man mit der "Deutschen Terminbörse" einen Markt schaffen, der Kontrakte ausschließlich auf einer elektronischen Plattform abwickelte. Vor Start der DTB gab es im Jahr 1989 in Deutschland sehr unterschiedliche Stimmen: Viele "Experten", sagten, in Deutschland sei schon aufgrund der Historie überhaupt gar kein Terminhandel möglich und prognostizierten der DTB ein "Rohrkrepierer" zu werden. Im Februar 1990 startete der Handel mit Optionsserien auf 15 Aktien des DAX. Ziel von der DTB war es natürlich, dem erfolgreichen Vorbild LIFFE nachzueifern, und auch Futureskontrakte aufzusetzen, so unter anderem den seit 1986 an LIFFE gehandelten Bund an der DTB zu listen und darüber hinaus noch einen zweiten Futures-Kontrakt, den DAX-Future, einzuführen. Beides wurde gemacht, und obwohl der Bund in London bei weitem aus die höheren Umsätze zu verzeichnen hatte, wurden an der DTB Anfang der Neunziger ca. 5-10 % gesamten Volumens umgesetzt. Trotz vieler Anstrengungen schaffte es die DTB trotzdem nicht, die Teilnehmer von den Vorzügen des elektronischen Handels, wie Transparenz und niedrige Kosten, zu überzeugen und so blieb der deutsche Bund lange an der LIFFE der erfolgreichste und umsatzstärkste Kontrakt. Aus London waren Anfang der Neunziger zeitweise hämische bis mitleidsvolle Kommentare zu hören, wie "...die DTB ist eine Provinzterminbörse" und Frankfurt "....ist als Finanzplatz ja gar nicht geeignet, einen großen Terminhandel zu beherbegen". Diese Kommentare waren natürlich auch schon zu damaligen Zeiten nicht der Realität entsprechend, hatte doch die DTB mit der Einführung des BOBL-Futures (ein Bund auf 3,5-5jährige Anleihen) einen sehr guten Erfolg, und auch im DAX-Futures gingen die Umsätze von Rekord zu Rekord. DTB versuchte nun über eine völlige Aussetzung der Handelsgebühren, die Teilnehmer dazu zu bewegen, Bunds nicht an LIFFE, sondern an der DTB zu handeln. Mitte der Neunziger kippte daraufhin der Markt und innerhalb weniger Monate wechselte die Liquidität vom Pit auf die elektronische Plattform. Das war für DTB der größte und bedeutenste Sieg im Kampf um Handelsteilnehmer in der bisherigen Geschichte und der Auftakt zu einer großartigen Story. Die Umbennung in "EUREX" sollte dann auch gleich zeigen, daß es sich jetzt eben auch nicht mehr um ein Provinzterminbörse handelte. Und es zeigte, daß das konstengünstige und transparente System des elektronischen Handels über den antiquierten Pit-Handel gesiegt hatte. Dies erkannte dann auch die LIFFE: Sie entwickelte ihr elektronisches LIFFE.connect, für einen Handel von Bunds auf LIFFE.connect hat es dennoch nicht mehr gelangt: Der Markt lag nun beim Konkurrenten.
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